Eigentlich war die Ankunft in der Marina perfekt geplant. Ausnahmsweise haben wir alle gefühlt 23 Dokumente schon vorher ausgefüllt und auch bereits einen Platz zugewiesen bekommen. Leider haben wir vergessen zu erwähnen, dass wir erst ankommen, nachdem das Office bereits geschlossen hat und so haben wir jetzt zwar einen zugewiesenen Platz, aber kein Zugangscode für die Eingangsgatter und die Toiletten. So ein Mist! Der Marinamanager ist auch auf seinem Handy nicht mehr erreichbar, also bleibt uns nichts anderes übrig als einfach mal schlafen zu gehen. Schliesslich müssen wir ja heute nicht mehr vom Steg weg.

Am nächsten Morgen können wir dann unser Mietauto abholen. Das Gepäck haben wir schon alles vorbereitet. Essen, Jacken und Kiteausrüstung stehen bereit. Als alles vor das Auto gekarrt ist, wird uns ein klitzekleines Problem bewusst. Also das Auto ist das klitzekleine, unser Gepäck das Problem. Unsere Tetrisprofis machen sich aber ohne Zagen ans Werk und so ist nach knapp 10 Minuten das Unmögliche vollbracht. Alles Gepäck ist im Auto und wir haben tatsächlich alle auch noch Platz. Los gehts! Als Erstes geht es rund eine Stunde zu Höhlen mit Glühwürmchen. Wir haben diese schon im Frühjahr besucht und waren damals hell begeistert, dass ein solches Naturspektakel auch ganz ohne teurem Eintritt und geführter Tour zu sehen ist. Darum wollen wir dieses Erlebnis Stephan und Bigna auf gar keinen Fall vorenthalten. Wieder tauchen wir ab in eine dunkle Welt unter der Erde, welche sich, wenn wir unsere Stirnlampen ausschalten, in einen wunderschönen Sternenhimmel verwandelt. Das Beste daran: hier in der Höhle stört uns auch der Regen nicht, der draussen gerade prasselnd niedergeht.

Als Nächstes führt es uns zu einer Lagune, welche sich tiptop zum Kiten eigenen könnte. Schnell wird aber klar, dass das mit dem Wind hier nichts wird. In der Abdeckung der Hügel hinter uns kommt der ablandige Wind nur sehr schwach durch. Eigentlich scheint es aber sowieso nicht besonders viel Wind zu haben. Einzige von einer Regenzelle begleitet dreht dieser für gut 10 Minuten ziemlich stark auf, um danach auch gleich wieder in sich zusammenzusacken. Gute Kitebedingungen sind das auf jeden Fall nicht. Das Mittagessen schaffen wir ganz knapp zwischen zwei Regenzellen zu essen, werden aber noch bevor wir alles zusammengeräumt haben schon wieder nass.

Naja, dann machen wir halt einen Spaziergang am Strand. Nebst den wunderschönen Muscheln, die wir finden, ist der Spaziergang vor allem auch eines: sandig und nass! Denn wir werden natürlich auch hier nicht vom Regen verschont. Diesmal erwischt uns eine richtig hässliche Zellen und so sind wir bis auf die Unterhosen durchnässt. Egal, dann essen wir halt ein Glace. Dieses gibt es, wie wir schon von der Hinfahrt her wissen, bei einem kleinen Stand am Strassenrand. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass dieser trotz des Regens noch offen ist. Und für einmal haben wir Glück. Nach einigen Minuten haben wir alle ein Realfruit-Icecream in der Hand. Das ist die typisch neuseeländische Art, ein Glace zu essen. Dabei werden frische Früchte oder Beeren zusammen mit einer neutralen Glace gemixt und in ein Cornett gedrückt. Lecker!

Heute Abend haben wir uns aber eine Dusche verdient! Ach stimmt, da war ja noch das Problem mit dem Zugangscode und weil heute Karfreitag ist, arbeitet natürlich niemand in der Marina. Ich versuche den Marinamanager trotzdem auf seinem Mobiltelefon zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. So bleibt uns nichts anderes übrig, als herumzufragen ob uns jemand helfen kann. Zum Glück sind die Segler so nette Leute und so verrät uns schon bald unser fast-Nachbar seinen Zugangscode. Endlich gibt es eine warme Dusche!

Bevor wir am nächsten Morgen irgendetwas unternehmen gehe ich natürlich direkt zu Marinaoffice um zu bezahlen, wo wir auch endlich einen eigenen Zugangscode erhalten. Tiptop! Danach fahren wir rund fünf Minuten bis zum nächstgelegenen Strand, um dort unser Kiteglück noch einmal zu versuchen. Nach langem recherchier am Vorabend haben wir entschieden, dass es eigentlich gleich hier am besten sein müsste. Tatsächlich fliegt uns hier der Sandstrand um die Ohren und so kommen wir alle zu unserer Portion Kitesurfen. Sogar für Bigna gibt es eine erste Kitestunde mit Fliegen am Strand. Für die ersten Wasserübungen sind die Wellen dann doch etwas sportlich. Was fehlt denn jetzt eigentlich noch für einen perfekten Tag? Genau! Ein Glace. Im nächsten Dorf gibt es dies in exzellenter Qualität zu erstehen und so schlecken wir uns auch heute wieder in den Himmel. Zurück beim Schiff folgt dann noch das Pflichtprogramm. Waschen. Die Wäsche ist gepackt und bereit, nur bezahlen können wir nicht. Wir hätten wohl Geld auf unseren Zugangscode laden müssen. Naja, dann halt nicht. Kurz darauf dann die Ernüchterung: zum Duschen bräuchten wir auch Guthaben. Das hätte er uns aber auch sagen dürfen… Zu unserem Glück haben wir ja noch den Code unseres Nachbarn, welcher in einer Monatspauschale bezahlt und darum so viel Duschen darf wie er will. Dieses Wochenende sind da halt noch vier Schweizer mit dabei.

Für den Ostersonntag haben wir uns etwas Spezielles ausgedacht. Der Wind ist schon wieder eher schwach und es scheint keinen brauchbaren Kitespot zu geben an dem Bigna lernen kann. So entschliessen wir uns gleich alle einen neuen Sport zu lernen. Stephan hat bei Tony von Blue Adventures einen Wingfoilkurs gebucht. Beim Wingfoilen fährt man mithilfe eines aufblasbaren Flügels, den man in der Hand hält und einem Brett mit kleinen Tragflügeln unter dran übers Wasser. Eigentlich ist es eine Mischung aus Kiten und Windsurfen. Das klingt jetzt sauschwer, und das ist es auch. Wir sind froh, erklärt uns Tony alles sehr ausführlich und ist auch später auf dem Wasser ein geduldiger Lehrer der uns immer wieder wertvolle Tipps geben kann, wenn wir wieder einmal mit dem Gesicht voran ins Wasser gefallen sind. Nach mehr als vier Stunden sind wir alle nudelfertig und brechen die Übung für heute ab. Wir helfen noch die Ausrüstung zusammenzuräumen und machen uns dann auf den Heimweg. Natürlich darf auch das obligatorische Glace nicht fehlen und weil wir schon relativ spät dran sind, entschliessen wir uns auswärts essen zu gehen. Heute gibt es zur Feier des Tages Holzofenpizza in der Gartenbeiz. Satt und zufrieden fahren wir zurück zur Jollity wo wir nach so viel Bewegung in einen tiefen Schlaf fallen.


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